Seid keine SpielverderberInnen! Gender in digitalen Spielewelten

+++ Rückblick +++

Organisiert vom Gleichstellungsbüro und dem Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Leipzig, hieß es am 15. Juni 2016 in der Villa Tillmanns „Seid keine SpielverderberInnen – Gender in digitalen Spielewelten“. Unter der Leitung von Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter, Universität Leipzig) diskutierten Dr. Benjamin Bigl (Kommunikations- und Medienwissenschaften, Universität Leipzig), Prof. Dr. Bernhard Debatin (Medienethik, Ohio University) sowie Maike Groen (Medienforschung und –pädagogik, TH Köln) Aspekte von Sexismus und genderspezifischen Themen inn- und außerhalb der Computerspielewelt.

Wissenschaftlich eingeleitet wurde die Veranstaltung von zwei Inputreferaten, gehalten von Dr. Benjamin Bigl und Maike Groen. Bigl, der Resultate aus seiner Forschung zu geschlechterspezifischen Affektunterschieden während des Computerspielens vorstellte, eröffnete den Abend. Groen nahm in ihrem Inputbeitrag dezidierter Bezug auf den Genderaspekt in Computerspielen, wobei sie abschließend vor allem das Gebiet der Hatespeech (dt.: Hassrede) thematisierte, mit welcher sich immer wieder weibliche Spielerinnen konfrontiert sehen.

Die anschließende Diskussion vereinte folgend nicht nur thematisch die Inputreferate, sondern bereicherte die Debatte immer wieder um die Rolle der Wirtschaft und das Wechselspiel zwischen Diskriminierung im Spiel, der Spielebranche und der Gesellschaft. Bedingt die Spielebranche durch die Game-Konzeptionen Diskriminierung oder sind Ursachen und Dispositionen dafür in der Gesellschaft an sich zu suchen? Eine allumfassende Antwort konnte hier leider, ob der Komplexität des Themas nicht gegeben werden.

»Das Thema ›Gender and Games‹ wurde von uns in diesem Rahmen noch nicht aufgegriffen. Wir haben an diesem Abend jedoch gesehen, dass das Interesse von Seiten des Publikums und die wissenschaftlichen Beiträge von Seiten der DiskutantInnen noch lange nicht ausgeschöpft sind.«

Unter Einbeziehung des Publikums wurde die Thematik nochmals konkretisiert, indem vor allem spezielle Spiele, wie z.B. Tomb Raider, Grand Theft Auto oder Defense of the Ancients aufgegriffen wurden, was schließlich eine Zusammenführung und Interpretation von vorrausgegangenen theoretischen Erkenntnissen und Praxiserfahrung aus dem Gaming-Alltag ermöglichte.

(c) Gleichstellungsbüro

 

Eine Vloggerin sammelt über Crowdfunding Geld, um in einer Videoreihe stereotype Frauenbilder in Computerspielen zu untersuchen.
Zwei Dinge geschehen: Innerhalb kürzester Zeit sammelt sie mehr als 160.000 $.
Den Preis, den sie dafür zahlt: Shitstorms, Hasskommentare, sexistische Beleidigungen, Verleumdungen, bis hin zu
m Computerspiel, das einlädt, die Vloggerin zu verprügeln.

Was unter #GamerGate für Aufruhr in der Spielewelt sorgte, zeigt, dass es auch im Gaming längst um mehr als ein Spiel geht. Die „damsel in distress“ ist überholt, Frauen erobern Computerspiele – in der realen und virtuellen Welt.

Doch wieviel Gender verträgt das Gaming? Sind traditionelle Darstellungskonventionen wirklich überwunden? Ist die Spieleentwicklung auf weibliche Zielgruppen eingestellt?

 

Inputs

"You shoot like a Girl!" - Gender in und um digitale Spiele (Maike Groen)

"Oh, Gott! Ich will nicht um die Ecke, es ist bestimmt da." - Affekte im Spiel    (Dr. Benjamin Bigl)

Podiumsdiskussion von #GamerGate bis Gender mit

Maike Groen (Institut für Medienforschung und Medienpädagogik, TH Köln)

Dr. Benjamin Bigl (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften, Universität Leipzig)

Jana Reinhardt (Rat King Entertainment, Halle)

Prof. Dr. Bernhard Debatin (E.W. Scripps of School of Journalism, Ohio University)

Moderation: Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter, Universität Leipzig)

 

 

 

Veranstaltungsinfos

Wann?

Mittwoch, 15. Juni 2016 Beginn: 18 Uhr

Wo?

Villa Tillmanns         Wächterstraße 30                  04107 Leipzig 

Flyer

Nachbericht der LVZ

Kooperation

»Seid keine SpielverderberInnen!« ist eine gemeinsame Veranstaltung des Gleichstellungsbüros und des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig.